Gender Diversity

Zusammen mit dem Netzwerk SWAN und unserem Ressort 'Gender' leisten wir einen starken uns sichtbaren Beitrag für die Gleichstellung der Geschlechter in der Filmbranche.

Jahrelang haben Filmemacherinnen immer wieder mutig darauf hingewiesen, nicht die selben beruflichen Chancen zu erhalten wie ihre männlichen Kollegen. Obschon es durchschlagende Erfolge von Regisseurinnen gab und der Anteil von Frauen an Filmhochschulen stetig stieg, brauchte es ebendiese unermüdlichen Stimmen, den internationalen Aufbruch und v.a. den statistischen Beweis für diese Schieflage.

Die ganze Schweizer Filmbranche horchte auf, als der ARF/FDS, FOCAL und Cinésuisse im Januar 2015 die Zahlen einer ersten Datenerhebung nach Gender präsentierte: Frauen erhielten nur 22% der Förderbeiträge für ihre Projekte.

Die Gender-Frage

Vertreterinnen von ARF/FDS und FOCAL bildeten eine Gender-Arbeitsgruppe, die das Netzwerk SWAN (Swiss Women’s Audiovisual Network) auf Facebook gründete. Schnell schlossen sich über 1’300 Mitglieder an. Um alle Interessierten zu verbinden, organisierten wir die ersten SWAN Networking Breakfasts am Filmfestival Locarno.

Der kollektive Enthusiasmus und viel weibliche Energie führten zu wegweisenden Erfolgen:

  • 2016 wurden die Gender-Bestimmungen zur Gleichberechtigung in die Filmförderungsverordnung des EDI aufgenommen.
  • Cinésuisse gründete für eine erweiterte Datenerhebung die Gender-Equality-Arbeitsgruppe und entwarf die Gender Map als Auswertungswerkzeug.
  • Um die Gender Statistik (möglichst) aller Filmberufe und Förderstellen kontinuierlich zu verfolgen, schuf das Bundesamt für Kultur (BAK) eine eigene Gender Diversity Stelle, die 2021 ihre Ergebnisse präsentieren wird.
  • SWAN wuchs zu einem aktiven, breiten, eigenständigen Verein, der allen Interessierten aus der Filmbrache offensteht.

Die vielen, wichtigen Bestrebungen von Förderstellen und Berufsverbänden, die branchen­übergreifenden Massnahmen, unterzeichneten Festivalchartas, Weiterbildungsangebote sowie personellen Umbesetzungen machen Mut, um bis zum Gleichstand – 50/50 – durchzuhalten.

Unsere Filmvisionen am Beginn eines Projekts sind massgebend für die Vielfältigkeit und Einzigartigkeit der Charaktere in unseren Filmen. – Drum: Auf ein Engagement für Fülle und Tiefe, für eine lebendige, reiche Diversität und für Neugierde am Leben vor und hinter der Kamera!

Verantwortlich für das Ressort: Carmen Stadler, Lisa Blatter und Géraldine Rod

Studie I: Die Gender-Frage

Die Studie wurde im Auftrag von ARF/FDS, FOCAL und Cinésuisse durchgeführt und 2015 veröffentlicht. Sie wurde durch die Studie Female Directors in European Fillm productions (Julio Talavera Milla, 2014, European Audiovisual Observatory) angeregt, die durch den europäischen Regiedachverband FERA und das European Women’s Audiovisual Network EWA initiiert wurde. Bis zur Gender-Frage existierten in der Schweiz keine (veröffentlichten) Filmförderdaten nach Gender.

Downloads

Die Gender-Frage (Broschüre) PDF (2 MB)

Studie II: BAK-Studie zur Gleichstellung im Schweizer Filmschaffen 2015-2019

Der quantitative Teil der am 8. August 2021 in Locarno präsentierten Studie untersucht die Geschlechterverteilung bei der Ausbildung, im professionellen Filmschaffen, bei der Filmförderung sowie der Filmauswertung. Im qualitativen Teil werden Antworten auf die Frage gesucht, weshalb der Frauenanteil im professionellen Schweizer Filmschaffen tiefer liegt als bei der Ausbildung. Zudem werden neue Massnahmen skizziert, die künftig zu einer weiteren Verbesserung der Gleichstellung beitragen könnten.

Schlussbericht, Präsentation und Management Summary auf der Website des BAK.

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