Die SRG braucht eine Kultur-Intendanz

Der ARF/FDS unterstützt den Vorschlag des Kulturdachverbandes Suisseculture zur stärkeren Verankerung der Kultur in den Leitungsfunktionen und in der strategischen Führung der SRG.

© SRG SSR

Gemäss Suisseculture steht die SRG vor einer anspruchsvollen Aufgabe. Sie muss ihren Service-public-Auftrag unter schwierigen finanziellen Bedingungen, bei verändertem Medienverhalten und in einem politisch anspruchsvollen Umfeld weiterentwickeln. Dass dabei Organisation, Technologie, Personal, IT, Distribution und Finanzen eine zentrale Rolle spielen, ist nachvollziehbar. Ebenso nachvollziehbar ist, dass die Fähigkeit, Veränderung zu führen, bei der Besetzung von Schlüsselpositionen wichtig ist.

Gleichzeitig darf die Transformation nicht nur von Strukturen und Prozessen her gedacht werden. Am Ende zählt, was beim Publikum ankommt: Inhalte, Programme, Qualität, Vielfalt und Relevanz. Dies gilt ganz besonders für die Kulturleistungen der SRG im engeren Sinn.

Dazu gehören unter anderem Film, Musik, Literatur, Hörspiel, Serien, Dokumentarfilm, Kulturjournalismus, Kulturvermittlung, Archive, Festivals sowie Partnerschaften mit dem Kulturschaffen in allen Sprachregionen der Schweiz. Diese Leistungen sind kein Zusatz zum Service public. Sie sind ein wesentlicher Teil davon. Sie schaffen Gemeinschaft, ermöglichen Zugang zu Kultur, machen professionelles Kulturschaffen sichtbar und tragen dazu bei, dass künstlerische Ausdrucksformen in der ganzen Schweiz wahrgenommen werden.

Solche Kulturleistungen lassen sich nicht allein durch effizientere Abläufe, schlankere Strukturen oder neue Herstellungsweisen sichern. Sie brauchen Menschen, die Kultur kennen. Menschen, die verstehen, wie Kulturschaffen, Kulturvermittlung und Kulturproduktion funktionieren. Und Menschen, die innerhalb einer grossen Medienorganisation dafür Verantwortung übernehmen können.

Gerade deshalb braucht Kultur im Radio, Fernsehen und im digitalen Angebot der SRG eine Intendanz: eine inhaltliche, kulturelle und künstlerische Verantwortung, die in der Organisation klar verankert ist. Gemeint sind Persönlichkeiten mit Erfahrung im Kulturbereich, deren Stimmen in der Gesamtführung Gewicht haben. Nicht als Gegenpol zu Management, Technologie oder Finanzen, sondern als notwendige Ergänzung dazu.

Suisseculture versteht diese Überlegungen als konstruktiven Beitrag zur laufenden Transformation. Die SRG hat betont, dass sie ihr Programm bestmöglich schützen will. Aus Sicht von Suisseculture bedeutet dies im Kulturbereich auch: Kultur muss dort vertreten sein, wo über Ausrichtung, Prioritäten und Entwicklung entschieden wird.

Suisseculture hält es deshalb für zentral, dass bei den noch offenen Personalentscheiden – insbesondere der Vakanz im Verwaltungsrat – kulturelle und künstlerische Kompetenz angemessen berücksichtigt wird. Dies gilt für Leitungsfunktionen in Redaktionen und Unternehmenseinheiten genausowie für strategische Führungsfunktionen innerhalb der SRG.

Zur vollständigen Suisseculture-Medienmitteilung vom 18.6.2026
Zur SRG-Medienmitteilung zu Enavant vom 17.6.2026

Diese Website verwendet Cookies, um sicherzustellen, dass Sie die besten Erfahrungen auf unserer Website machen können.Datenschutzerklärung