Auf dem Weg zu besseren Urheber*innen-Einkommen

Am 5. August hat der ARF/FDS in Locarno die neue Einkommensstudie «Erfolg hat seinen Preis!» zur Einkommenssituation der Schweizer Drehbuchautor*innen und Regisseur*innen an einer sehr gut besuchten Podiumsveranstaltung in Locarno vorgestellt. Anwesend waren erfreulich viele Förderungsvertreter*innen, u.a. Ivo Kummer (BAK) sowie Verantwortliche von diversen Regional- und Kantonalfilmförderstellen. Auf dem Podium diskutierten Julia Krättli (Zürcher Filmstiftung) und Stéphane Morey (Cinéforom), nebst den Produzenten Michael Steiger (Turnus Films) und Frank Matter (Soap Factory).

Die neuesten Zahlen bestätigen Monatslöhne weit unter dem Schweizer Medianlohn, diesmal auch bei Preisträger*innen-Filmen. Die Projektleiterinnen Irene Loebell und Lisa Blatter präsentierten auch ein Tool, das zukünftig den Zeitaufwand sowohl in der Planung, Budgetierung, wie auch während der Arbeit besser erfassen soll. Die 2012 vom ARF/FDS eingeführten – und selten eingehaltenen (!) – Richt-Pauschalen für Drehbuch und Regie sind aus Sicht des ARF/FDS überholt: Sie orientierten sich an der Höhe der Filmbudgets und liessen den Zeitaufwand der Urheber*innen für die Arbeit an den Filmen gänzlich ausser Acht.

Eine Beilage zur Einkommensstudie widerlegt ausserdem die kursierende Vorstellung, wonach die fehlenden Einkommensanteile durch die Urheberrechtsvergütungen kompensiert würden, vgl. ARF/FDS-Factsheet «Vergütung der Nutzung von Urheberrechten».

Fazit des angeregten und konstruktiven Austausches, der von Annette Hug geschickt moderiert wurde: Das Problem wird sowohl auf Seiten der anwesenden Förderer*innen wie auch der beiden Produzenten anerkannt. Nebst der Ergänzung der Musterverträge um den Zeitaufwand sowie fairer Erlösbeteiligungen (für den unbezahlten Teil der Urheber*innen-Arbeit), steht der vorgestellte Aufwandrechner im Fokus der Reformen, die der ARF/FDS nun anstossen will. Der Aufwandrechner stösst auf breite Akzeptanz: zum einen als Instrument, das Urheber*innen und ihre Produzent*innen dabei unterstützen kann, sich über Art und Aufwand gemeinsam geplanter Projekte klarer zu werden. Und zum anderen als konkrete Planungsgrundlage sowie als Element bei der Budgetierung. Und schliesslich kann er Förderkommissionen dabei unterstützen, Filmprojekte inklusive Budgets hinsichtlich Ausrichtung und ausgewogener Finanzierung besser nachzuvollziehen. Konsens herrschte darüber, dass die Urheber*innen-Aufwände für Promotion und Auswertung separat vergütet werden müssen. Der ARF/FDS ist daran, Vorschläge für die Handhabung inklusive der Vergütung der diesbezüglichen Arbeitszeit zu erarbeiten.

Weitere Beiträge zum Thema:
RTS-Interview mit ARF/FDS-Vorstandsmitglied Nicole Borgeat, vom 14. August 2021.
Facebook-Beitrag über den Anlass.
Die vollständigen Unterlagen zu den ARF/FDS-Studien zur Einkommenssituation von Autor*innen und Regisseur*innen im Schweizer Film (2019 - 2021) des Ressorts "Löhne und Honorare" sind hier zu finden.

Branchenpodium am Filmfestival Locarno "Erfolg hat seinen Preis"

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